- Tango lernt man im Tanzen, nur im Tanzen erfährt man den Tango
- der Tanz ist immer unvorhersehbar
- Tango tanzen beansprucht alle Sinnes-Kanäle und geschieht auf verschiedenen Bewusstseins-Ebenen
- präsent sein ist zentral, zuerst bei sich, dann in der Begegnung
- jede Person wahrt ihren Raum, ihre Grenze – „mein Raum, dein Raum“ – beide Tanzenden kreieren und teilen aber auch einen gemeinsamen Raum
- Widerstand und Wohl-Spannung sind für guten Kontakt förderlich
- Tango tanzen bedeutet: jemanden/ein System im Zustand der Bewegung lenken
- die Musik führt beide („Paar“) – beide füllen die Dynamik der Musik mit ihren Bewegungen
- die Rollen von Führen und Folgen sind klar definiert, können so beibehalten oder fliessend getauscht werden
- der/die Führende hat die Übersicht über Raum und Zeit
- Führen gelingt nur, wenn man die Bewegungsmöglichkeiten des Folgenden erspüren und berücksichtigen kann
- Folgen bedeutet, vertrauensvolle Hin-Gabe an die Führung unter Beibehalt der Eigenständigkeit
- für das eigene Gleichgewicht ist jedeR selbst verantwortlich
- kleine und grosse Schritte sind o.k.
- jederzeit kann ein Schritt rückgängig gemacht werden, in jedem Moment sind viele Richtungen möglich
- Tempoveränderungen bringen Dynamik
- Innehalten und Pausen verdichten den Tanz
- auch in der Ruhe findet Tanz statt, aber nur wenn die Partner die Kraft halten
- nicht die Figurenanzahl entscheidet über die Qualität, sondern das Geschehen zwischen den Tanzenden
- innerhalb des Modus des Tangos wird improvisiert
- Tango ist ein Gesellschaftstanz – die Einzelnen sind Teil eines Wir
- Störungen im Ablauf des Tanzes fordern zu Kreativität auf
- abrufbar ist, was „in Fleisch und Blut“ sitzt – Kopfwissen hilft wenig
- fixierte Figuren und Muster müssen wieder aufgelöst werden, wenn der Tanz spannend bleiben soll
- Tango hat Ritualkraft
- der gelungene Tango ist mehr als das Produkt zweier TänzerInnen
- „Das Dritte“ kann sich zeigen als Zustand von Flow, dieser kann aber nicht erzwungen werden
– Johanna Rossi, 2026